Sprungziele
Seiteninhalt

Konzept Stadt[Labor]

Das Oberhessische Museum befindet sich auf dem Weg zu einer Neukonzeption. Dafür wurde das Projekt Stadt[Labor]Gießen entwickelt, das auf zwei Jahre angelegt ist. Es soll die aktive Einbindung der Bürger*innen bei der Neupräsentation und Entwicklung der stadthistorischen Sammlung gewährleisten.

Um diesen Prozess in Gang zu setzen, werden [Labor]Ausstellungen neue Themen, Konzepte und Präsentationen erproben. Die begleitenden [Labor]Gespräche schaffen durch Vorträge, Workshops, Aktionen oder Stadtspaziergänge ein zusätzliches Diskussionsforum. Sie binden zudem Partner und aktive Gruppen aus der Mitte der Stadtgesellschaft ein.

Durch die [Labor]Website, auf der Sie sich aktuell befinden, entsteht eine weitere Kommunikationsplattform zur Dokumentation und dialogischen Beteiligung. Ziel des Gesamtprozesses ist es, gewonnene Erkenntnisse und bewährte Formate in die neue Museumskonzeption einfließen zu lassen.

Drei Labor-Instrumente: Ausstellungen, Gespräche, Website

LaborAusstellungen

Im Verlauf der kommenden zwei Jahre werden drei [Labor]Ausstellungen konzipiert und realisiert. Hierfür wurden außerhalb des Museums gelegene Präsentationsorte gewählt, um in mehrfacher Hinsicht Zeichen zu setzen:

  • Präsentation von Objekten der Stadtgeschichte in einem neuen Zusammenhang im Zentrum der Stadt (Kunsthalle + KiZ)
  • Zusätzliche Aufmerksamkeit der Stadtgesellschaft
  • Werkstattcharakter

LaborGespräche

Mit den Stadt[Labor]Gesprächen werden diskursive Angebote entwickelt. Sie begleiten und verbinden die Labor[Ausstellungen]. Dieses Format bietet durch Workshops, Vorträge, Diskussionen, Aktionen, künstlerische Inszenierungen oder Stadtspaziergänge die Möglichkeit zum Austausch über die Themen, die das Oberhessische Museum, die Stadt, oder die Themen der Labor[Ausstellungen] betreffen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und für die Museumskonzeption ausgewertet.

LaborWebsite

Diese LaborWebsite steht zur Verfügung, um über den gesamten Projektzeitraum für die Stadtgesellschaft sichtbar zu sein. Zugleich versteht sie sich als Kommunikationsplattform des Projekts.

 

Zum Hintergrund

In den letzten Jahren hat in vielen Kommunen ein intensives Nachdenken über die zeitgemäße Rolle städtischer Museen eingesetzt. Wurde diesen früher traditionell die Aufgaben des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und Vermittelns zugeschrieben, werden heute die Ansprüche an Museumskonzepte deutlich weiter gefasst: Es geht nicht mehr darum, die Stadt-, Regional-, Kunst- und Kulturgeschichte durch ausgewählte Exponate zu erläutern. Das Museum soll sich vielmehr auch als Bühne und Moderator verstehen, um für aktuelle Diskurse der Stadtgesellschaft ansprechbar zu sein. So wird es möglich, auf gegenwärtige gesellschaftliche Anforderungen einzugehen und auf Themen wie Mobilität, Migration, Identität, Integration, Partizipation oder Inklusion zu reagieren. Aus dieser konzeptionellen Perspektive wird damit das Publikum vermehrt in den Fokus gerückt – aus einer traditionellen Objektzentrierung wird eine verstärkte Besucherorientierung.

Das Oberhessische Museum in Gießen kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Begonnen durch die Sammlungstätigkeit des Oberhessischen Vereins für Localgeschichte 1879 und ergänzt durch die Sammlung des Industriellen und Kommerzienrates Wilhelm Gail, wurden diese beiden unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkte 1925 zusammengeführt und gingen dann schließlich in den Besitz der Stadt als Oberhessisches Museum und Gail’sche Sammlung über. Gießen hat sich seit diesen Gründungsjahren des Museums erheblich entwickelt und versteht sich heute als „Wissenschaftsstadt“. Die Stadtgesellschaft ist zudem vielfältiger geworden und damit auch ihre Geschichten. Ein zeitgemäßes Museum ist gefordert, diese Veränderungen abzubilden, will es ein interaktiver Ort kultureller Identität(en) sein.

Diesem Paradigmenwechsel im aktuellen Museumsdiskurs möchte sich die Stadt Gießen aktiv stellen. Was muss sich verändern, damit das Museum zu einem Ort der Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung der Gießener Stadtgesellschaft aber auch der Region werden kann?

Um diesem Prozess eine adäquate Struktur und Form zu geben, wurde das Konzept Stadt[Labor]Gießen unter Leitung des Kulturamts gemeinsam mit einer dafür einberufenen Steuerungsgruppe entwickelt. Als externer Museumsberater wurde Dr. Matthias Henkel (Berlin) hinzugezogen. Um die bisherigen Überlegungen öffentlich vorzustellen und zu diskutieren, sucht das Stadt[LABOR]Gießen unterschiedliche Orte außerhalb des Museums auf, wie beispielsweise die Kunsthalle oder das KiZ.

Die Neukonzeption des Museums mit seinen mannigfaltigen Beständen ist nicht im Handstreich umzusetzen. Aus diesem Grund hat die Stadt Gießen beschlossen, das Oberhessische Museum in den kommenden Jahren Schritt für Schritt zu einer Institution zu entwickeln, die den Anforderungen eines zeitgemäßen Museums entspricht. Ganz bewusst soll dabei der engagierten Stadtgesellschaft die Möglichkeit geboten werden, sich mit eigenen Ideen, Konzepten und Engagement einzubringen.

 

 

 

Seite zurück Nach oben